Schafgarbe – Achillea millefolium

Die Schafgarbe ist eine beliebte klassische Heilpflanze, die für die Verdauungsorgane und Frauenleiden eingesetzt werden kann. Der Begriff Schafgarbe umfasst zahlreiche, äußerlich kaum zu unterscheidende Pflanzen, die botanisch die Achillea-millefolium-Gruppe bilden. Der kräftige Stängel der Pflanze ist 30-100 Zentimeter hoch, oben verzweigt und besitzt mehrfach fiederschnittige Blätter. Die kleinen Blütenköpfchen aus weißen oder rosafarbenen Zungenblüten sitzen in Doldenrispen.

 

 

 

Wesen der Pflanze

Die Millefolium Urtinktur wird gerne im Bereich eingesetzt, indem es um Unterscheidungsvermögen und Erkenntnis des Wesentlichen geht. Die Schafgarbe symbolisiert das Vermögen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Dazu müssen nicht nur die gegensätzlichen Aspekte einer Sache erkannt sondern auch ihr Zusammenhang gesehen werden. Ohne diese Fähigkeit besteht die Tendenz zu polarisieren und dabei von einem Extrem ins andere zu fallen. Die Schafgarbe steht für das Vermögen, aus polaren Aspekten des Lebens die richtige Einsicht zu erlangen, die zur Integration der Gegensätze führt. So schärft sie das Unterscheidungsvermögen bei den Entscheidungsprozessen und kann auf diese Weise bei der persönlichen Wahl des nächsten Schrittes klärend und unterstützend wirken.

Auf der körperlichen Ebene kann der Mangel an Unterscheidung dadurch äußern, dass gewissen Beschwerden keine eindeutigen Auslöser zugrunde liegen. So kann ein bestimmtes Nahrungsmittel einmal eine Magenverstimmung auslösen und beim nächsten Mal wird es problemlos vertragen.

 

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl (Chamazulen), Sesquiterpenlactone, Flavonoide (Citrin, Querzentin, Rutin), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Alkaloide – Achillein und Stychydrin, Cumarine, Phenolsäure

 

Wirkungen

Die Wirkungen sind: entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell, blutreinigend, blutstillend, krampflösend, gefässtonisierend;

Die Schafgarbendroge gehört zu den „Amara aromatica“ (Bitterstoffdroge). Amara wirken bereits im Mund über Reflexe auf die Verdauungsorgane ein.

 

Dosierung und Anwendung von Schafgarbe

Tee:
2 Teelöffel (2-4 Gramm) Schafgarbenkraut mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3-4mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken.

Tagesdosis: 4,5 Gramm Schafgarbenkraut oder 3 Gramm Schafgarbenblüten oder 3 Teelöffel Frischpflanzensaft oder 3 Gramm Schafgarbenblüten.

Sitzbäder:
100g Schafgarbenkraut werden mit 1-2 Liter heißem Wasser übergossen, 20 Minuten bedeckt ziehen gelassen und dann abgeseiht. Dieses Konzentrat gibt man zu 20 Liter Badewasser.

 

Die Schafgarbe aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin

 Temperatur: neutral; Geschmack: bitter, aromatisch, scharf, leicht süß, leicht salzig

Eigenschaften: sehr trocknend, adstringierend (lat. adstringere, zusammenziehen – orale Wahrnehmung durch Tannine), choleretisch (choleretisch bedeutet „den Gallenfluss fördernd“), cholagog (zusammenfassend für Gallensaftproduktion und Gallenfluss fördernd), Qi-bewegend, Blutbewegend, emmenagog (fördert die Menstruation), spasmolytisch (entkrampfend), diaphoretisch (schweißtreibende Wirkung), schleimlösend, entzündungshemmend, fiebersenkend, vasodilatativ (gefäßerweiternd), hömostyptisch (blutstillend), blutverdünnend, blutreinigend, fördert LH (LH= luteinisierendes Hormon), Progesteronbildung

 

Organbezug: Leber, Magen-Milz-Pankreas, Niere-Blase-Uterus, Herz

 

Die Schafgarbe reguliert und bewegt das Leber-Qi. Wirkt entkrampfend auf alle 3 Erwärmer, bei Krämpfen und Koliken des Magen-Darm-Trakts, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Dysmenorrhoe (Regelschmerzen), entkrampft die Blutgefäße, z.B. bei Angina Pectoris, Asthma Bronchiale.

Sie wirkt emmenagog, dass heißt sie fördert die Menstruation, z.B. bei ausbleibender Blutung (Amenorrhöe) nach Absetzen der Pille oder bei einer sehr langen 2. Zyklushälfte.

Bei Hypertonie, Kopfschmerzen, Migräne, Drehschwindel und Augenschmerzen ist es ein Mittel welches das Leber-Qi reguliert.

Die Schafgarbe reguliert das Qi von Magen-Milz-Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Bei dyspeptischen Beschwerden (Schwierigkeiten Fette zu verdauen), Appetitlosigkeit und Übelkeit kann die Schafgabe aufgrund ihrer gallenflussfördernden und krampflösenden Eigenschaften helfen. Auch bei Entzündungen des Magen-Darmtraktes kann Millefolii helfen.

Die Schafgarbe tonisiert und festigt das Nieren-Qi und leitet Feuchte-Nässe aus dem unterem Erwärmer aus. Dies bedeutet, dass bei Basenproblemen – Blasenschwäche, Harninkontinenz, Harnverhalt, Enuresis (unwillkürliches Wasserlassen) – eine Indikation für Schafgabe gegeben ist, z.B. zusammen mit Solidago (Goldrute). Weitere Disharmonien des Unterleibs, wie Zystitis, Zerviszitis oder Fluor Vaginalis (Weißfluss) gehören in das therapeutische Wirkspektrum.

Die Schafgarbe kann noch mehr – sie tonisiert das Herz-Qi und bewegt das Blut. Sie wird in der Naturheilkunde zu Stabilisierung von Venen und des Pfortadersystems eingesetzt, z.B. bei Varizen und Hämorrhoiden. Der arterielle Kreislauf wird gefördert z.B. bei kalten Gliedmaßen.

Ein weiteres Feld ist die Schmerztherapie (Bi-Syndrom) und das schmerzhafte Obstruktionssyndrom, wie es in der Traditionellen Chinesischen Medizin genannt wird. Das schmerzhafte Obstruktionssyndrom (SOS)  bzw. das Bi Syndrom umschreibt eine Gruppe von Symptomen, die mit dem Eindringen von Wind, Kälte und Nässe in Verbindung stehen bzw. die dadurch ausgelöst werden. Das Bi-Syndrom äußert sich in dumpfem oder scharfem Schmerz oder Gefühllosigkeit in Muskeln, Sehnen und / oder Gelenken, wobei der Begriff „Gelenk“ in diesem Zusammenhang großzügig auch als Knotenpunkt bzw. Verbindungspunkt angesehen wird, an dem sich Blut, Qi, Yin und Yang treffen. Das SOS ist eines der ältesten und am häufigsten auftretenden Syndrome der Menschen.

„Bi bedeutet Obstruktion. Die drei Übel (Wind, Kälte, Nässe) dringen in den Körper ein, verlegen die Leitbahnen, Qi und Blut können nicht zirkulieren…so dass sich nach einiger Zeit das schmerzhafte Obstruktionssyndrom entwickelt.“ So heißt es in dem chinesischen Buch von Shen Jin Ao Za Bing Yuan Liu Xi Hu von 1773.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen oberflächlichen Bi Syndromen, je nach Kausa:

  1. Wanderndes Bi (Wind)
  2. Schmerzhaftes Bi (Kälte)
  3. Fixiertes Bi (Nässe)

Bei uns würden wir von Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen oder Rheuma sprechen. Aber ob nun SOS oder Rheuma, die Schafgarbe kann auch hier hilfreich sein.

 

 

Quellen:

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/schafg.htm

http://homoeopathie-naturheilkunde.vitanet.de/heilpflanzenlexikon/schafgarbe

http://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/adstringierend/148

http://www.cowah.de/resources/lawrence__bi-syndrom.pdf

Travesier, Rita: westliche Pflanzen und ihre Wirkungen in der TCM, 2014, Haug

Ploberger, Florian: Das große Buch der Westlichen Kräuter aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin

Kalbermatten, Roger; Kalbermatten, Hildegard: Pflanzliche Urtinkturen

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