Adrenalindominanz durch COMT-Mangel

 

Eine der möglichen Ursachen für eine Adrenalindominanz kann der insuffiziente Abbau des Adrenalins sein. Hierbei wird nicht im ausreichenden Maße das Hormon und der Neurotransmitter Adrenalin inaktiviert bzw. methyliert.

 

Was sind Katecholamine?

Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin gehören zu den so genannten „Katecholaminen“. Das sind Hormone und Neurotransmitter, (d.h. Botenstoffe, die Signale von einer Nervenzelle zur nächsten übermitteln), die vom Körper vor allem in stressigen Situationen ausgeschüttet werden. Sie erhöhen die Sinneswahrnehmung, die kognitive Hirnleistung, die prozedurale Hirnleistung, die Handlungsgeschwindigkeit, die Aggressivität und die Panikreaktionen (Flucht).

Das bedeutet Menschen mit erhöhter Aktivität der Katecholamine sind besonders leistungsfähig. Zeichen sich durch hohe geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, eine besonders hohe Ausdauer und ein schnelles Begreifen komplexer Sachverhalte aus. Die andere Seite der Medaille ist, dass sie eher ungeduldig, rastlos und hastig agieren. Auf lange Sicht kann es hier zu einer ausgeprägten Erschöpfung kommen. Weitere endokrine Drüsen – wie die Nebennieren, Pankreas und die Schilddrüse können in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Warum kommt es zu einer erhöhten Aktivität von Adrenalin?

Für den Abbau der Katecholamine in den sympathischen Nervenenden der Zielorgane ist das Enzym COMT (Catechol-O-Methyltransferase) zuständig. Bei Menschen mit einem Mangel an COMT wird der Noradrenalin-Spiegel nicht – wie sonst üblich – kurze Zeit nach der Stresssituation wieder gesenkt sondern bleibt konstant hoch.

Liegt eine Genveränderung für das Enzyms COMT vor, werden nur 25 % der üblichen Produktionshöhe exprimiert. Somit wird deutlich langsamer Adrenalin, Noradrenalin metabolisiert. Die Betroffenen zeigen ein typisches Verhaltensmuster aufgrund der insuffizienten Abbaurate des Adrenalins. Wird eine Stressreaktion ausgelöst, entwickeln beide Geschlechter eine hektische Aktivität, eine Betriebsamkeit und eine Leistungssteigerung. Die Betroffenen sind aufgrund des hohen Verbrauchs an allen Ressourcen besonders anfällig für Erschöpfungssyndrome und zeigen sich anfällig für Infekte. Aufgrund Ihrer geringen Reizschwelle kommen häufig chronische Schmerzen und chemische Sensitivität hinzu.

Ein COMT-Polymorphismus ist auch mit psychiatrischen Krankheitsbildern assoziiert, wie Angststörungen, Depressionen, Essstörungen, Übergewicht und ADHS.

Weiterhin kann es zu weiteren Verschiebungen im Hormonstoffwechsel kommen, wenn COMT und CYP P450 Polymorphismen zusammenkommen, z.B. Hirsutismus.

COMT

Das COMT Gen Befindet sich auf Chromosomen 22 und Lokation Punkt 11. Es codiert das COMT Enzym, das den extraneuronalen Transfer einer Methylgruppe von S-Adenosylmethionin zu Katecholaminen katalysiert. Es spielt eine einzigartige Rolle in der präfrontalkorticalen Dopmaninaktivierung. Bei einem Polymorphismusverdacht des Gens COMT sollten diese Gene mitgetestet werden denn auch Sie haben einem Einfluss auf den Dopaminhaushalt – DBH, MAO/MAOA, SULT1A3.

Hier kurz eine skizzenhafte Darstellung des Dopminabbaus und der beteiligten Gene.

DBH (Dopamine beta-hydroxylase): Ist das Gen welches das Enzym exprimiert, welches Dopamin in Noradrenalin umwandelt.

MAOA (Monoamine oxidase A): Dieses Gen ist stellt das Enzym Monoamine oxidase A zur Verfügung, um Neurotransmitter wie Adrenalin, Noradrenalin, Serotonin und DOPAMIn abzubauen.

SULT1A1, SULT1A2 (Sulfotransferase): Die Sulfatierung ist einer der Wege um den Körper zu entgiften und die Sulfotransferasen gehören zum Phase II Komplex der Entgiftung.  Es werden Hormone und Neurotransmitter – wie Dopamin abgebaut.

Darstellung des COMT Polymorphimsus vom Humangenetiker:

molekulargenetische Untersuchung der Variante Val158Met: G/A (Val158Met).

Das bedeutet hier liegt eine heterozygote Variante des Riskoallels A vor. Das bedeutet hier wird mit mittlerer Geschwindigkeit Dopamin abgebaut. Im Gegensatz zum sehr langsamen Abbau von Dopamin durch den „slow COMT Metabolizer“ G/G (Val158Met) oder wenn bei der homozygoten Variante des Risikoallels A – A/A (Val158Met) Dopamin extrem schnell abgebaut wird und langfristig zu niedrigen Dopmainspiegeln führt. Also A/A (Val158Met) ist der „Fast Metabolizer“.

In der Literatur findet sich immer wieder knappe Aussage – Warrior (A/Met) „Slow Metabolizer“ oder Worrier (G/Val) „Fast Metabolizer“ – also bist DU ein Kämpfer (A/met) oder ein Ängstlicher (G/VAl).

G – codiert Valine (Aminosäure) deshalb kurz Val, das Enzym COMT wird schneller exprimiert, was zu niedrigen Dopaminspiegeln führt.

A – codiert Methione (eine Aminosäure) deshalb kurz Met, das Emzym COMT wird langsamer exprimiert, was zu hohen Dopaminspiegeln führt.

 

Darstellung des COMT Polymorphismus von Gentest Laboren in den USA oder UK (Auswahl). Grundlage für diese Tests sind Speichelproben.

(Lokus)      (Genname)                          (Risiko Allele)   (Ergebnis)

rs4633        COMT H62H                            CC                     TT    (Wildtyp – es liegt keine Veränderung vor)

rs4680        COMT V158M                          AA                    AA    (Homozygotes Auftreten des Riskoalleles A)

rs737866    COMT/TXNRD2 A4251G     TT                    TA    (Heterozygotes Auftreten des Riskoalleles T)

rs2020917  COMT/TXNRD2 C4622T     CC                   CT     (Heterozygotes Auftreten des Riskoalleles C)

 

Hier zeigt sich zwar für Val158Met eine homozygote Variante, aber es sind für die weiteren Orte die COMT mit entcodieren angezeigt, dass auch der Wildtyp vorliegt und auch heterozygote Varianten. Deshalb ist es wichtig für COMT umfangreicher zu testen als nur auf der rs4680 Position.

Quelle:

Stitzinger, Johannes: Der Einfluss genetischer Variationen im COMT Gen auf kognitive Phänotypen. Dissertation (2006) Maximilian-Universität-München

http://www.medizinische-genetik.de/index.php?id=comt-catecholamin-metabolismus

Müller K. Genetische Polymorphismen der Catechol-O-Methyltransferase (COMT). Umwelt Medizin Gesellschaft

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20660070

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22023459

http://www.mthfr-genetics.co.uk/

https://www.selfdecode.com/snp/rs165599/

https://www.snpedia.com/index.php/Rs4680

Kontaktdaten:

Heilpraktikerin
Kristina Rummelsburg
Wittelsbacher Straße 27
10707 Berlin
Tel: 030 – 50 56 29 64
Mobil: 0157 – 80 66 05 60

kontakt@rummelsburg-akupunktur-berlin.de

 

Datenschutzerklärung