Ingwer zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt

Ingwer (Zingiber officinale) ist die Heilpflanze des Jahres 2018. Das gab der Erste Vorsitzende des NHV Theophrastus, Konrad Jungnickel, am 8. Juni 2017 anlässlich des Heilkräuter-Fachsymposiums in der Lausitz bekannt.

Eine beliebte Wurzel

Vom Ingwer (Zingiber officinale) wird nicht wirklich die Wurzel, sondern der Wurzelstock verwendet.

Die Heilwirkungen des Ingwer konzentrieren sich nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auf zwei Bereiche: auf Milz und Magen (Verdauung) und auf die Lunge (Immunsystem). Verwendet wird in allen diesen Fällen meist der frische Ingwer, während der getrocknete Ingwer mit größerer Vorsicht eingesetzt werden sollte, da er viel stärker wärmt.

Scharfes Multitalent bei Übelkeit und Blähungen

Die wertvollen Inhaltsstoffe befinden sich im Wurzelstock. Dieser besteht aus bis zu drei Prozent ätherischem Öl, das unter anderem die Substanzen beta-Eudesmol, Zingiberen und Curcumen enthält. Dass es beim Verzehr von Ingwer auf der Zunge brennt, liegt an den Scharfstoffen. Diese bewirken aber nicht nur ein Wärmegefühl. Ingwer kann noch viel mehr: Die in der Pflanze enthaltenen Substanzen helfen zum Beispiel gegen Reiseübelkeit und Brechreiz sowohl bei Unwohlsein im Flugzeug, Zug, Auto als auch auf dem Schiff. Reise- oder Seekrankheit, Chemotherapie oder eine Schwangerschaft), der Ingwer schneidet in allen Studien auch im Vergleich zu gängigen Medikamenten sehr gut ab und das praktisch ohne Nebenwirkungen.

Auch bei Magen-Darm-Infekten kann Ingwer aufgrund seiner antibakteriellen und antiviralen Wirkung helfen. Frischer Ingwer werden in der TCM Tradition auch bei Blähungen und Darmkrämpfen empfohlen. Ingwer hat, wie viele andere Gewürze auch, eine verdauungsfördernde und krampflösende Wirkung.

Bei Blähungen ist eine Mischung aus Ingwer, Koriander und Kreuzkümmel zu empfehlen.

Erkältungen, Husten und Immunabwehr

Frischer Ingwer wirkt stark schweißtreibend und kann dadurch eine beginnende Erkältung abwehren. Nach der Theorie der TCM treibt Ingwer eingedrungene Krankmacher (in diesem Fall die eine Erkältung verursachende „Wind-Kälte“) durch die Poren der Haut wieder zurück nach draußen. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Behandlung mit Ingwer im Anfangsstadium erfolgt, also wenn noch gefröstelt wird und der Hals kratzt. Sollte Fieber einsetzen, ist Ingwer nicht mehr einzusetzen.

Darüber hinaus ist Ingwer auch für chronische Atemwegserkrankungen ein wunderbares Mittel. Er wirkt hustenstillend und schleimlösend und kann bei allen Formen von chronischer Bronchitis oder Asthma eingesetzt werden, die durch Kälte verursacht werden oder von einem Kältegefühl begleitet werden.

Für kälteempfindliche Menschen ist die kalte Jahreszeit mit einer Tasse Ingwertee am Tag um einiges erträglicher. Und sollte die innere Wärme nicht ausreichen, so verschafft ein Ingwerfußbad notfalls Wärme von außen.

Vorsicht! Achtung!

Aber Vorsicht: Ingwer ist nicht für jeden geeignet. So können die Inhaltsstoffe etwa die Blutstillung beeinflussen. Wer also Medikamente einnimmt, die die Blutgerinnung hemmen, sollte Ingwer nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt verwenden. Das gilt auch für Patienten mit einem sensiblen Magen und Gallensteinen, denn durch die Scharfmacher wird auch mehr Magensäure gebildet.

Ingwer ist ein wunderbares Mittel bei allen Störungen, die durch Kälte hervorgerufen oder von Kälte begleitet sind. Vorsichtig sollte man in all den Fällen sein, in denen es Zeichen für Hitze gibt. Im Einzelnen bedeutet es,

  • Darm: Achtung bei Hämorrhoiden mit Blutverlust und brennendem Gefühl am After, trockenem und/oder stark übel riechendem Stuhl.
  • Lungen: Achtung bei Fieber (Frösteln mit leichtem Fieber ist kein Problem), trockenem Husten, Husten ohne Auswurf, Husten mit blutigem Auswurf, Husten, der vor allem nachts einsetzt.
  • Nieren: Wer schon mit Nierensteinen zu tun hat, sollte vom Ingwer die Finger lassen
  • im allgemeinen: Achtung bei Hitzegefühlen (sowohl tagsüber wie auch nachts), Nachtschweiß, starkem Schwitzen, Schlafstörungen (in diesem Fall den Ingwer nur vormittags zu sich nehmen), Vorsicht auch bei Bluthochdruck.

Rezepte:

Gegen Blähungen:

Ingwer-Koriander-Kreuzkümmeltee
1 EL geriebener Ingwer
1 TL Koriandersamen (gemörsert)
1 TL Kreuzkümmel (gemörsert)
Alles in 1 Liter Wasser 2-3 Minuten aufkochen und dann noch 5 Minuten ziehen lassen. Nach Belieben süßen.

Ingwer-Fußbad:
ein 2-3 cm großen Stück frischen Ingwer in dünne Scheiben schneiden und in ausreichen Wasser kurz aufkochen und dann 5 Minuten ziehen lassen. Die Füße im leicht abgekühlten Wasser baden, solange es angenehm ist. Wichtig: nach dem Fußbad entweder kurz in kühles Wasser oder die Beine hochlagern, um den venösen Rückfluss zu erleichtern. Oder vielleicht gleich ins Bett

Kontaktdaten:

Heilpraktikerin
Kristina Rummelsburg
Wittelsbacher Straße 27
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Tel: 030 – 50 56 29 64
Mobil: 0157 – 80 66 05 60

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