Darmtherapie

Der Darm ist der Teil des Verdauungskanals, in dem die vorher im Mund und Magen zerkleinerte und vorverdaute Nahrung – weiter zerkleinert wird. Die dabei anfallenden kleinen Bausteine der Nährstoffe (wie Einfachzucker, Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine und Mineralien) werden ins Blut aufgenommen. Nicht verwertbare Substanzen werden als Stuhl wieder ausgeschieden. Der Darm besitzt auch ein intestinales Mikrobiom oder anders ausgedrückt es leben Darmbakterien in ihm – diese Untermieter sind spätestens seit dem Buch von Giulia Enders „Darm mit Charme“ fast jedem ein Begriff. Diese werden in vier Hauptgruppen unterteilt – Firmicutes, Bacteroidetes, Proteobacteria und Akintobacteria und unterstützen durch ihr Stoffwechselprofil den menschlichen Körper.

Der Darm – eine Hormondrüse: Als größtes endokrines Organ des Körpers setzt der Magen-Darm-Trakt eine Reihe unterschiedlicher Hormone (20) frei. Diese regeln Nahrungsaufnahme und -verwertung im Magen-Darm-Trakt und der Appetitanregung und -zügelung über die Freisetzung von Insulin bis hin zur Regulierung der Magen-Darm-Peristaltik, wobei die Entleerung des Magens beschleunigt oder gebremst werden kann.

  • gastrointestinale Hormone und Prohormone (Auszug):
  • Grelin: appetitanregendes Hormon, Magenschleimhaut und Bauchspeicheldrüse
  • Motilin: regt die Darmpersitaltik an, M-Zellen des Dünndarms
  • Leptin: hemmt Hungergefühle, Magenschleimhaut
  • Trijodthyronin (T3): Vorstufe des T3 wird durch intestinale Sulfatase gebildet, diese wird wiederum von Darmbakterin gebildet

Trainingstätte des Immunsystems: Außerdem stellt der Darm eine Barriere für Krankheitserreger dar. Die 1. Barriere ist das Mikobiom, denn einige physiologische Bakterien sondern Stoffe ab, um Krankheitserreger zu eliminieren. Die 2. Barriere gegen Erreger ist das darmassoziierte lymphatische Gewebe oder GALT (von engl. gut associated lymphoid tissue) und ist der Teil des lymphatischen Systems im Darm.  Bis zu 80 % der immunkompetenten Zellen (Antikörperproduktion), befinden sich in der Schleimhaut des Darms.

Im einem Teil des Dünndarms, dem Ileum (Krummdarm) sowie im Wurmfortsatz (oft als Blinddarm bezeichnet) existiert organisiertes lymphatisches Gewebe in Form der Peyer-Plaques. Hier findet man die M-Zellen, die Antigene durch ihre Zellkörper an die Lymphfollikel weiterleiten und so eine Immunantwort auslösen.

Dünndarm

Er wird von oben nach unten unterteilt in den Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum). Lesen Sie mehr dazu im Beitrag Dünndarm. In den Zwölffingerdarm münden die großen Verdauungsdrüsen: die Leber, deren Sekret die Galle in der Gallenblase zwischengespeichert werden kann, und die Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Beide Verdauungssekrete enthalten wichtige Verdauungsenzyme zur chemischen Spaltung der Kohlenhydrate (Amylase), Fette (Lipase) und Eiweiße (Peptidasen). Zusätzliche Drüsensekrete, die aus der Darmwand selbst stammen, beteiligen sich an der Verdauung. Nachdem die Nahrung in Mund und Magen zerkleinert und angedaut wurde, werden im gesamten Dünndarm alle Nahrungsbestandteile in kleine Bestandteile zerlegt und ins Blut resorbiert.

Dickdarm

Er gliedert sich von oben nach unten in die Abschnitte Blinddarm (mit Wurmfortsatz), Grimmdarm (Kolon) und Mast- oder Enddarm (Rektum mit Anus). In den Dickdarm gelangen die Nahrungsbestandteile, die der Körper nicht braucht und auch nicht verwerten kann. Die Muskelwand schiebt diesen Brei mit peristaltischen Bewegungen durch die einzelnen Abschnitte bis hin zum Ausgang (Anus). Auf seinem Weg wird der Stuhl durch Wasserentzug eingedickt. Abgesonderter Schleim macht ihn gleitfähig. Im Dickdarm leben natürlicherweise unzählige Bakterien von mehr als 400 verschiedenen Arten. Ihre Gesamtzahl wird auf zehn Billionen geschätzt, ihr Gesamtgewicht auf etwa 1,5 Kilo. Sie verarbeiten die unverdaulichen Nahrungsreste. Außerdem produzieren sie Stoffe, wie einige B-Vitamine, Vitamin K, allerdings findet keine Resorption mehr statt. Durch die Arbeit der Darmbakterien entstehen auch Gase und Stoffe, die dem eingedickten Nahrungsbrei Farbe und Geruch verleihen.

Darmtherapie – Notwendig?

Welchen Einfluss hat der Darm oder besser seine Bewohner?

Die Gesamtheit der bakteriellen Darmbewohner wird als Darmflora bezeichnet, heute spricht man meist von Mikrobiota oder Mikrobiom. Schätzungsweise 10¹³ Bakterien besiedeln unseren Darm, was einer Masse von 1,4 kg entspricht. Sie übernehmen vielfältige Aufgaben: Verdauung und Verwertung der Nährstoffe, Bildung von Vitaminen wie B12, B2 und K sowie von Hormonen und Neurotransmittern. Zudem schützen sie den Darm vor Schadstoffen, Viren, Bakterien und Pilzen, versorgen die Immunzellen im Darm mit wichtigen Informationen und fördern den Aufbau der Darmschleimhaut. Ihre Abbauprodukte decken zudem bis zu 10 % der benötigten Gesamtenergie unseres Körpers.

Über die hundert verschiedenen Bakterienarten unserer Darmflora wird immer häufiger in den Medien berichtet und seit einiger Zeit ist es legitim über Stuhlgang zu reden. So, zeigten zum Beispiel die letzten ventilierten Studien, dass Stress die physiologische Darmflora beeinflusst und es zu einer Fehlbesiedlung kommen kann, im Fachjargon Dysbiose genannt.  Was passiert da eigentlich?

Wer sich  im Dauerstress befindet und dieser kann für Jeden anders aussehen, schwächt seine Nebennieren. In den Nebennieren wird das Stresshormon Cortisol gebildet und nach langen Stressphasen sinkt die Cortisolbiosythese. Cortisol hat einen Einfluss auf das Immunsystem und unter anderen veranlasst es die Produktion des seketretorischen Immunglobulin A (sIgA).  Dieses Immunglobulin sorgt, wie ein Klebstoff (Adhärenz) auf der Darmschleimhaut dafür, dass die physiologische Darmflora, gemeint sind die guten Darmbakterien, nicht mit dem Stuhlgang verschwinden.

Wenn dass gute sIgA nicht mehr gebildet wird, dann ist die Bifidobakteriengruppe die erste, die sich an der Darmschleimhaut nicht mehr halten kann. Diese Bakteriengruppe hat einen hemmenden Einfluss auf die Fettaufnahme und damit einen positiven Einfluss auf die Figur. Wenn ein Lebensraum frei wird, erobert sofort ein neues Lebewesen den Raum. Dies sind im Darm die Firmicutes, sie sind normalerweise die Aasgeier, die in der Nähe des Afters sitzen und dort alles aus dem Resten rauspressen. Sie wandern nun weiter nach oben und besetzen freigewordene Darmschleimhautabschnitte. Die Firmicutes ändern mit dem neuen und viel besseren Nahrungsangebot ihr Enzymmmuster und ein hoher Anteil von Firmicutes-Bakterien in höheren Darmabschniten erhöht die Nahrungsausnutzung. Sie sorgen dafür, dass auch Zellulosephasern verstoffwechselt werden. Anders ausgedrückt, man kann bei dieser vermehrten Firmicutesbesiedlung von einem Salat dick werden.

Fazit: Es kann durch verschiedene Faktoren, wie einseitige Ernährung, Stress, Drogen, Infekte, Antibiotika, Allergien etc. zu einer Veränderung des intestinalen Mikrobioms und kann unbehandelt zu weiteren Störungen an der Darmschleimhaut, Überforderung des Leberstoffwechsels und Vorschub zu weiteren Systemerkrankungen liefern.

An den oben aufgeführten vielfältigen Aufgaben die unser Darm erfüllen muss, kann es leicht zu Störungen kommen. Eine Darmtherapie ist angezeigt, bei

  • Bauchschmerzen, nach Nahrungsaufnahme
  • aufgetriebener Bauch
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Reizdarm
  • wiederholte Infekte
  • chronische Sinusitis
  • nach Antibiotikagabe
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Nahrungsmittelintoleranzen
  • Lactose- und Glutensensitivität
  • Zöliakie
  • Leaky Gut
  • Übergewicht
  • Schilddrüsenprobleme

Labor

Stuhlfloraanalyse – hier entlang

ergänzend:

Allergiescreening

Mineralstoffanalyse

Stressprofil

Disclaimer

Ich rate Ihnen dringend von einer Eigenbehandlung ab. Suchen Sie bei ernsten Beschwerden einen Heilpraktiker/in oder Arzt/ die Ärztin Ihres Vertrauens auf, welcher die Diagnostik und/oder die Behandlung durchführt.

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Heilpraktikerin
Kristina Rummelsburg
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